Die Förderdiagnose


Mit dem Paradigmenwandel und der terminologischen Abkehr von der Sonderschulbedürftigkeit eines Kindes hin zum „sonderpädagogischen Förderbedarf“ steigen auch die Anforderungen an die Lehrkräfte an Volks- und Hauptschulen im Bereich der Früherkennung von Lerndefiziten.

Durch genaue Beobachtung und Einsatz förderdiagnostischer Manuale können auftretende Lernschwierigkeiten erkannt und auf ihre Ursachen überprüft werden.

Grundsätzlich liegt der Förderdiagnostik und Förderplanarbeit ein Menschenbild zugrunde, das eine monokausale Erklärung von Lern- und Entwicklungsproblemen ablehnt und vermehrt auf multikausale Modelle, deren Mittelpunkt immer das jeweilige Kind mit all seinen Beziehungen (Eltern, Schule, Peers,…) ist, zurückgreift.

Dieses Kapitel soll Ihnen einen Überblick über aktuelle Publikationen und Forschungsergebnisse zum Thema Förderdiagnostik verschaffen. Weiters finden Sie hier auch Informationen zur Erstellung von Förderplänen.

Die Förderplanarbeit soll Ihnen zudem Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie im Schulalltag individuell auf die Bedürfnisse einzelner Kinder und Jugendlicher eingehen können.

Was ist Förderdiagnostik?

Die Erwartungen an die Diagnostik im Bereich der Pädagogik waren schon immer sehr hoch. Die späte Erkenntnis, dass die Erwartungen „an die pädagogische Diagnostik im Sinne des Auffindens optimaler Förderungswege in Richtung Therapie und Heilung nicht immer erfüllbar sind“ (vgl. K. Bundschuh, in W. Mutzec, Neue Entwicklungen in der Förderdiagnostik, Beltz 2004, S. 40), führte in den letzten Jahren zu einer Neudefinition und zur Bildung des Begriffs Förderdiagnostik.

Einen Überblick bietet der Vortrag von Lucien Bertrand zum Thema "Förderdiagnostik bei Schülern mit spezifischem Förderbedarf".